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18 November 2020

InPACTO startet Index für Unternehmen zur Erstellung von Menschenrechtsrichtlinien

Mit der Datenplattform können Unternehmen erstellen
Menschenrechtspolitik mit Priorisierungskriterien

O InPACTO (Nationales Paktinstitut zur Beseitigung der Sklavenarbeit) startet diesen 19. November die InPACTO Vulnerability Index (IVI), eine innovative Plattform, mit der Unternehmen die Risiken von Menschenrechtsverletzungen in ihrer gesamten Produktionskette lokalisieren, messen und mindern können.

Die Initiative zielt darauf ab, die Menschenrechtspolitik der Unternehmen zu qualifizieren. Der Index ermöglicht es Unternehmen, die Risiken von Sklaven- und Kinderarbeit in ihren Produktionsketten sowohl für einen sektoralen als auch für einen georeferenzierten Ansatz zu kennen. Auf diese Weise können sie Prioritäten setzen und Sanierungsmaßnahmen verbessern, wie dies in den Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte vorgeschlagen wird.

Was ist der Index - Der InPACTO Vulnerability Index ist eine Plattform, die auf sozioökonomischen Daten aus ganz Brasilien basiert. Es gibt 420 nationale, staatliche und kommunale Indikatoren aus Quellen des brasilianischen statistischen Systems, wie die Multidimensionale Statistikbank, die grundlegende kommunale Informationserhebung, das zentrale Unternehmensregister, die demografische Volkszählung, das Profil der brasilianischen IBGE-Gemeinden und das System unter anderem von ILO Municipal Decent Work Indicators und dem MPT und ILO Digital Slave Labour Observatory.

Diese Statistiken werden zusammen mit Informationen über das Auftreten sklavenähnlicher Arbeit in Dokumenten wie der Dirty List, Berichten über Inspektionsvorgänge und Zahlen und Vorkommen formeller und informeller Arbeit in den Regionen sowie indirekt mit der Arbeit verbundenen Daten wie der Existenz analysiert ob öffentliche Einrichtungen für Freizeit, Kultur, Gesundheit und Bildung. All dies macht das Bild der Verwundbarkeit aus und zeigt auf, welche Bevölkerungsgruppen aufgrund ihres sozioökonomischen Status potenzielle Opfer der Ausbeutung von Sklaven- oder Kinderarbeit sind. Ein solcher Rahmen weist auch Unternehmen auf menschenwürdige Arbeitssituationen hin, in denen das Risiko von Menschenrechtsverletzungen besteht, die vehement zurückgewiesen werden müssen.

Diese Daten sind in „Risikokarten“ zusammengefasst, die nach Modulen (Rente, Arbeit, Bildung, Gesundheit usw.) geordnet sind. Je nach Mangel oder Häufigkeit und Konzentration von Faktoren erhält das analysierte geografische Gebiet eine Bewertung zwischen 0 und 1. Je näher an 1, desto größer die Anfälligkeit.

Der Index berücksichtigt bereits die im Rahmen des Covid-19 erhaltenen nationalen Daten, die die Auswirkungen der Pandemie auf die Verwundbarkeit der brasilianischen Regionen, auf die sklavenähnliche Arbeit und auf die Kinderarbeit aufzeigen können.

Für Mércia C. Silva, Geschäftsführerin von INPACT, Dieser Index hat alles, um ein robustes System von zu bilden Due Diligence zum Thema Menschenrechte. Die Informationen werden auch Unternehmen und andere lokale Akteure bei der Entwicklung von Strategien subventionieren, um auf die Herausforderungen eines bestimmten Standorts und der Branche auf durchsetzungsfähige Weise und mit besserer Qualität angemessen zu reagieren.

„Wir möchten, dass der Index eine gemeinsame Referenz für produktive Sektoren und geografische Regionen des Landes wird. Er kann das Risikomanagement der Unternehmen sichern und die notwendige Effizienz bei Investitionen zugunsten menschenwürdiger Arbeit gewährleisten“, schließt Mércia.

Nacional Tag des schwarzen Bewusstseins - Seit 2011 feiert Brasilien am 20. November die Nacional Tag des schwarzen Bewusstseins. Die unzähligen Feierlichkeiten, die bis 2020 stattfinden werden, werden mehr denn je an die unzähligen Situationen des institutionellen Rassismus auf der ganzen Welt erinnern und das globale Erwachen des Erbes und die Folgen der Sklavensysteme in Amerika hervorheben. Diese Feierlichkeiten müssen auch die Dringlichkeit unter uns wieder aufleben lassen, Unternehmen in die Bekämpfung des strukturellen Rassismus und seiner Folgen im Land einzubeziehen. Der InPACTO Vulnerability Index kann in dieser Angelegenheit einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die Informalität der afro-nachkommenden Bevölkerung in Brasilien ist nach wie vor sehr stark, und die Präsenz dieser Bevölkerung in formellen Ämtern wurde noch nicht konsolidiert. Die Inspektionsberichte verstärken diesen Trend der Prekarität und zeigen, dass es ein riesiges Kontingent brasilianischer Männer und Frauen gibt, die Minderheiten angehören, wie Indigene und Einwanderer, die einer stärkeren Verlockung für sklavenähnliche Arbeit und Kinderarbeit ausgesetzt sind. Gute Praktiken der rassistischen Eingliederung in Unternehmen werden daher zur Beseitigung der Wunde der Sklaverei im Land beitragen und die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit verringern, von der Brasilien einer der Weltmeister ist.

Unternehmen, die den InPACTO Vulnerability Index (IVI) kennen möchten, können sich an Daniele Martins (dmartins@inpacto.org.br), Projektkoordinator oder mit der Geschäftsführerin Mércia Silva (mercia@inpacto.org.br).

Zugang: https://indicedevulnerabilidade.org.br/


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